Wohnhäuser aus dem 3D-Drucker

2020 war es soweit. In Deutschland, genauer gesagt in NRW, wurde das erste Wohnhaus mithilfe eines 3D-Druckers gebaut. Der verwendet dafür keine speziellen Kunststoffe oder Harze, sondern spritzt aus seinen Düsen Beton. So entstehen schichtweise die Wände eines zweigeschossigen Einfamilienhauses in Beckum im Kreis Warendorf. Das mit 200.000 Euro geförderte Pilotprojekt setzt auf Materialeinsparung und schnellere Baurealisierung. Der Spezialdrucker errichtete einen Quadratmeter in fünf Minuten. So entstand in knapp zwei Wochen das 90 Quadratmeter große Einfamilienhaus. Es ist das derzeit größte 3D-gedruckte Haus in Europa und weltweit das erste zweistöckige Einfamilienhaus seiner Art.

3D-gedruckte Gebäude weltweit

Bereits 2014 errichteten chinesische Ingenieure von WinSun eine ganze Villa mit 3D-Drucktechnologie. Seitdem folgten weitere Unternehmen dem Vorstoß. Ein 33 Quadratmeter großer Bungalow mit umlaufender Terrasse war das erste Haus aus einem 3D-Drucker mit Baugenehmigung in den USA. Er entstand im Herbst 2018 und wurde vom Bautechnologie-Startup Icon aus Austin in Texas realisiert. Weitere Entwickler spezieller 3D-Drucker für die Baubranche sind Apis Cor in Russland, der italienische Hersteller WASP, CyBe Construction aus den Niederlanden und viele weitere.

Vorteile des 3D-Drucks für die Baubranche

Sollte die Technologie die nötige Marktreife erreicht haben, ergeben sich daraus zwei enorme Vorteile, die die ganze Branche neu ordnen könnten. Auf der einen Seite werden Gebäude aus dem 3D-Drucker unvergleichbar schneller errichtet. So hat der chinesische Impulsgeber WinSun 10 Häusern innerhalb eines Tages mit Hilfe einer 3D-Druck-Technologie gebaut. Jedes mit einer Fläche von ungefähr 200 Quadratmetern und zu den unglaublichen Kosten von 3.500 Euro je Gebäude. Womit der zweite, besonders für Auftraggeber sehr verlockende Aspekt benannt ist. Mit dem 3D-Druck wird das Bauen in Zukunft dann vielleicht deutlich erschwinglicher – für private Auftraggeber und Unternehmen ebenso wie für öffentliche Träger.

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